In der Automobilserienfertigung ist die Bewältigung der Variantenvielfalt essenziell, da verschiedene Ausstattungskombinationen eine Vielzahl unterschiedlicher Bauteile erfordern. Diese Bauteile werden mit maschinenlesbaren IDs versehen, die in der Fertigungszelle ausgelesen und an das Produktionsleitsystem übermittelt werden, um die Fertigungsprozesse zu steuern. Der Nachteil der aktuellen Methode ist, dass Änderungen manuell an den Maschinenprogrammen vorgenommen werden müssen, was zu Verzögerungen und zusätzlichen Kosten führt. Die Digitale Prozesskette(DPK) beschreibt einen automatisierten Informationsfluss, der diese Anpassungen beschleunigt, indem Änderungen direkt aus der Entwicklung in die Maschinensteuerung übertragen werden. Dies ermöglicht eine schnellere und flexiblere Reaktion auf neue Anforderungen.
Was macht das System einzigartig?
- Live-Anpassungen in der Entwicklungsumgebung triggern Veränderungen auf den Anlagen In einer CAD-Umgebung (z. B. Siemens NX) können Veränderungen wie Geometrieanpassungen, Bauteilverbindungen oder Fügepunkt-Positionen in Echtzeit vorgenommen werden.
- Zentrales Datenmanagement für die Produktionsparameter Alle Änderungen werden automatisch in einem zentralen Tech-Daten-Server gespeichert und freigegeben. So bleibt jede Anpassung nachvollziehbar und zugänglich.
- Produktionsparameter Aus den Entwicklungsdaten werden automatisch relevante Produktionsparameter abgeleitet und in einem TechDatenServer hinterlegt. Diese Daten werden nicht nur visualisiert, sondern auch über eine benutzerfreundliche GUI bereitgestellt. Dort können die Änderungen vom Verantwortlichen der Produktionsanlage bestätigt werden und an die Anlage weitergeschickt werden.
- Direkte Umsetzung in der Produktion Produktionsanlagen, wie z. B. KUKA-Roboter, empfangen die neuen Parameter und setzen diese effizient um. Der Produktionsablauf passt sich automatisch an und führt die Änderungen zeitnah nach definierten Freigabeprozessen aus.
- Feinjustierung und Rückmeldung Anpassungen können direkt an der Produktionsanlage vorgenommen und über den TechDatenServer in die Entwicklungsumgebung zurückgespielt werden. So entsteht ein dynamischer Kreislauf zwischen Entwicklung und Produktion.
- Interoperabilität für verschiedene Maschinenhersteller Die Lösung ermöglicht die Integration von Maschinen und Hardware unterschiedlicher OEMs, basierend auf einem einheitlichen TechDatenSet.
- Flexible Anbindung neuer Anlagen durch Middleware Unterstützt alle gängigen Industrie-Kommunikationsprotokolle und ist template-basiert
Simuliertes Beispiel im Reallabor: Die Form und Position von Klebenähten im AFM werden direkt im Modell angepasst und entsprechend in einer Roboterzelle mit einem KUKA-Roboter produziert.
Warum diese Lösung den Produktionsprozess resilienter macht
Eine innovative Verbindung von Entwicklung, Datenmanagement und Produktion, die Effizienz, Transparenz und Anpassungsfähigkeit auf ein neues Level hebt.
Dieses System macht die Produktion resilienter, indem es dynamische Anpassungen ermöglicht, die Abhängigkeit von starren Prozessen reduziert und durch Automatisierung sowie Datenmanagement Stabilität gewährleistet. Es bereitet in der Form produzierende Unternehmen darauf vor, auch unter unsicheren Bedingungen handlungsfähig und wettbewerbsfähig zu bleiben.
Zudem lassen sich Produktionsanlagen durch die Herstellerunabhängigkeit der DPK effizienter austauschen und ersetzen.